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Bericht Spiekeroog 2017 | Drucken |
(13.06.2017) Andreas und Dirk waren mal wieder über Pfingsten auf und um Spiekeroog unterwegs. Unter der Flickr-Fotobox der Bericht:

Spiekeroog 2017



Pfingsten 2017 an der Nordsee / Seesterngedächtnisregatta

Freitag Nachmittag - etwas später als geplant setzt sich die Karawane in Bewegung. Anfangs kommen wir gut voran, dann warnt uns modernste Sattelitentechnologie aber doch vor Staus auf A7 & A1. So schwenken wir auf eine Nebenroute um und genießen die Fahrt durch die ins Abendlicht getauchte norddeutsche Tiefebene. In meiner alten Studienheimat Oldenburg legen wir noch einen Stopp ein und genießen den Abend auf der Terrasse der „Finca“. Spätestens jetzt bricht Urlaubsstimmung aus. Der letzte „Sprung“ an die Küste nach Neuharlingersiel ist dann schnell gemacht. Da wir (erwartungsgemäß) leider recht spät im Hafen aufschlagen, ist der Campingplatz natürlich schon lange zu. Wir entscheiden uns daher für ein Nachtlager am Westufer des Hafens. Am nächsten Morgen werden wir sanft vom Ladeverkehr im Hafen geweckt. Die Reaktionen der Hafenarbeiter reichen zwar von Kopfschütteln bis zu herzhaftem Lachen über unser Tun, wirklich stören tut es aber niemanden. So dreht sich jeder noch mal in seinem Schlafsack um, bevor es dann doch gegen 7:30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück im malerischen Fischerhafen geht.

Frisch gestärkt und frohen Mutes geht es dann ans Abladen & Auftakeln der Boote. Inzwischen ist auch Dirk dazu gestoßen und gegen 10 Uhr meldet die Flotte (2 Laser , 4 Contender) - „Auslaufbereitschaft“. Jetzt noch schnell das Gepäck auf die Fähre, die Autos auf den Parkplatz und dann kann der Spaß beginnen. Mit schwachem Wind und bei ablaufendem Wasser fahren wir aus dem Hafen und nehmen Kurs auf Spiekeroog. Sophia & Hauke probieren dann gleich mal, ob es ein bisschen weiter rechts nicht besser geht – nöh, geht es nicht! Aufgelaufen! Also wieder einreihen und so schaukeln wir gemütlich rüber auf die Insel. Dort angekommen, tragen wir die Boote an Land und richten uns zunächst mal häuslich ein.

Da der schwache Wind nicht wirklich zum Spielen einlädt, entscheiden wir nach dem Essen einen Spaziergang zum Nordstrand zu machen. Dirk muss gestehen, dass er es trotz zahlreicher Inselbesuche bisher noch nie bis dorthin geschafft hat! Außerdem habe ich den Ostsee-Fans in der Truppe so vom feinen Sand an der Nordsee vorgeschwärmt, dass nun der Beweis erbracht werden muss. Am Strand angekommen ist das Thema dann auch geklärt – weiß, weich und breit liegt er vor uns, der Strand von Spiekeroog! HERRLICH!! Den Rest des Tages „vergammeln“ wir in bester Urlaubsmanier - Essen, Trinken, Dösen, und natürlich die Anmeldung zur Regatta. Zum Abend hin steht dann das nächste Highlight unserer Reise an. Das Konzert von Jonny Glut. Zu späterer Stunde machen wir uns auf den Weg zum Westend. Dort angekommen ist die kleine Bar samt Freiflächen aber völlig überfüllt – Qualität spricht sich eben herum. Zum Glück trägt die Stimme aber weit genug und so kann die Sangeskunst auch in den umliegenden Dünen genossen werden. Dieses Konzert ist wirklich jedes Jahr wieder ein Genuss der ganz besonderen Art!

Am nächsten Morgen können wir Dank der der günstigen Tide und des damit verbundenen späten Starts in aller Ruhe ausschlafen und danach im Dorf Frühstücken. Die Sonne scheint, der Wind weht. Das sind gute Vorzeichen für einen schönen Segeltag! Gegen 10 Uhr beginnt die Steuermannsbesprechung. Diese ist vor allem für Revierunkundige zu empfehlen, denn diese Regatta durchs Watt hält doch so manche Besonderheit bereit, für alte Hasen ist allerdings alles wie immer. Wir laufen direkt im Anschluss aus, denn wir wollen noch Wolfram abholen, der erst gestern Abend zusammen mit Kathleen in Neuharlingersiel angekommen ist. Während Kathleen die Überfahrt auf der Fähre genießt, hat Wolfram seinen Spaß auf dem Contender. Auf etwa halber Strecke kommt er uns bereits entgegen. Zusammen mit ihm geht es ab auf die nächste Sandbank. Dort bekommt er seine ganz individuelle Steuermannsbesprechung. Danach spielen wir alle noch ein bisschen mit den Wellen. Die Contender legen danach wieder auf der Sandbank in der Nähe von Start und Ziel an. Die Laser haben ihren Start bereits um 12:30 Uhr und so bleiben sie gleich auf der Bahn.

Für den geübten „Dreiecks-Segler“ ergibt sich nun eine etwas ungewöhnliche Startsituation. Entgegen den sonst üblichen Gepflogenheiten wird der Kurs hier nicht nach dem Wind ausgelegt, sondern er folgt den Gegebenheiten des Reviers. So starten wir heute mit achterlichem Wind gegen die Strömung, dann im Pril rechts ab Richtung Festland, an Tonne ?? kommt eine 180°-Kehre, dann bis zur Regattatonne 1. Da wieder links bis zur Tonne 2 und nochmal 180° zurück Richtung Start & Ziel. Das ergibt in der Summe einen mehr oder minder L-förmigen Kurs der 2mal zu umrunden ist.

Von der Sandbank aus haben wir einen guten Blick auf die Geschehnisse. Während der 1. Start noch reibungslos über die Bühne geht, hadern bereits kurz danach die ersten Teilnehmer mit ihrem Schicksal. Jeder will mit freiem Wind so dicht wie möglich an der Prilkante entlang den Weg nach Süden fahren. Leider unterschätzen einige Skipper den Tiefgang ihrer Schiffe und so laufen doch einige Boote auf. Aber offensichtlich haben sie alle Erfahrung damit, alle Boote sind binnen kürzester Zeit auch wieder frei. Sophia & Jule wuseln derweil mit ihren kleinen Lasern zügig durch das Feld und liegen bald recht aussichtsreich auf dem Weg zur ersten Tonne. Im 10-min-Takt geht es weiter.

Die Contender sind im dritten Start. Dirk, Sebastian, Wolfram & ich entscheiden uns alle für die gleiche Taktik. Die Linie von links kommend halbwind abfahren, um dann mit dem Startschuss am Schiff abzufallen. Im letzten Moment versucht dann noch ein Dickschiff von Luv sich bei uns „reinzudrängeln“. Aber mit vereinter Stimmgewalt können Dirk & ich der Besatzung klar machen, dass sie das mal getrost vergessen können. Nach dem Start können wir dann wie geplant mit freiem Wind an der Prilkante entlang fahren. So richtig kommen wir nicht in Schwung, aber es reicht, um die Führung zu behaupten und die ersten Boote der vorherigen Startgruppe noch vor der ersten Tonne zu überholen. Danach können wir endlich ins Trapez und unseren Booten mal ein bisschen „Auslauf“ geben. Im weiteren Verlauf wechseln Dirk & ich ständig die Positionen. Je nach Auge des Betrachters ist die Welt dabei dann mal gerade wieder in Ordnung oder eben „total ungerecht“. In jedem Fall macht es aber einen Riesenspaß! Und so düsen wir weiter durchs Feld der 76 Starter.

Als sich das Rennen dem Ende neigt, ruft Dirk mir zu, dass sich gerade sein Großschotblock verabschiedet hat. Trotzdem hält er auf der Kreuz tapfer dagegen. Und ich, ich habe nichts zu verschenken. Gleich kommt der lange Vorwindgang ins Ziel und da hindert ihn sein kaputter Block kein Stück. Also weiter den Hebel auf den Tisch. An der letzten Tonne kann ich den bis dahin führenden 470er überholen. Jetzt also nur noch mehr oder gerade runter ins Ziel. Ich kann mich ein kleines Stück von Dirk absetzen und habe das erste Mal ein bisschen Ruhe, um ins Feld zu schauen. Dirk und der 470er sitzen mir zwar noch recht dicht im Nacken, der Rest des Feldes hat aber bereits doch einen ordentlichen Rückstand. Da haben Dirk & ich uns wohl gegenseitig doch ganz gut vorangetrieben. Im Ziel sind der 470er & Dirk knapp hinter mir. Wir biegen danach dann gleich rechts ab, wieder auf die Sandbank.

Zum einen, um dem Treiben der anderen noch ein wenig zuzuschauen. Zum anderen, weil die Wettfahrtleitung dort auch immer einen Kasten (auch mit alkoholfreiem!) für uns abstellt. Es dauert ein bisschen, aber dann kommen auch die ersten Kats und die anderen Jollen.
Was in den Vorjahren allerdings ein gemütliches Beisammensitzen war, entwickelt sich in diesem Jahr zu einer wahren Schaumparty. Der Wind weht den Schaum von See herein und dieser verfängt sich auf der Sandbank und zwischen den Booten. Es sieht beinahe so aus, als würden wir im Winter segeln. Als die letzten Segler die Ziellinie passieren, machen auch wir langsam wieder unsere Boote klar. Die meisten von uns spielen noch ein bisschen mit Wind & Wellen, nur Hauke hadert ein wenig mit seinem Schicksal. Später zieren „tiefe Narben“ seinen Rumpf und er muss leider fremde Hilfe in Anspruch nehmen, um die Insel wieder zu erreichen.

Der Abend folgt dann seinen eigenen Gesetzen. Wie immer findet der Seglerball in der Halle des SSC statt und auch wie immer spielen die Tramps. Und nachdem die Sieger geehrt sind, übernehmen die Tanzbären das Regiment. Selten sieht man Feste, bei denen nahezu alle Stühle leer, die Tanzfläche aber zum Bersten voll ist! Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten – wer mehr wissen will, muss es selbst erleben. Am Montag geht es dann bei Südwind in unverminderter Stärke zurück. Für die meisten von uns ein Hochgenuss (auch wenn man im Pril gefühlte 128 Wenden fahren muss), bevor man endlich Platz hat, um die Kiste laufen zu lassen. Tja und dann ist es soweit. Wir stehen wieder im Hafen von Neuharlingersiel. Nun heißt es Boote aufladen und wir müssen uns leider schon wieder verabschieden. Aber hinter uns liegen 3 wundervolle Tage die auch sportlich recht erfolgreich für unsere kleine Reisegruppe ware.

Und soviel ist sicher, nächstes Jahr sind wir wieder dabei!

Andreas 
GER-11

 
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