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Bericht Pre-Worlds Sonderborg | Drucken |
(27.08.2017) Für die Dänische Meisterschaft, dieses Jahr als direkte WM-Vorbereitung (Pre-Worlds) gesegelt, hat Dirk Müller (Bremen) als bester Deutscher (Link Ergebnisliste) in die Tasten gehauen. Wie immer lesenswert! (Unterm Foto geht's los.) Kategorie #Lesebefehl 

DEN-Championship / Pre-Worlds 2017
(12.-14.07.2017)

Sonderburg liegt gegenüber der Geltinger Bucht an der Flensburger Förde. Für ein Nordlicht ist es gar nicht so weit dorthin, wenn man nicht an Hamburg vorbei müsste. Gute Gelegenheit ein weiteres mal den Hamburger Senat zum Teufel zu wünschen. Danach versucht sich Schleswig-Holstein auf Kosten des Volkes zu sanieren. Aber mir gelingt es die Foto-Session an der Brücke über den NOK zu spoilen. An der Grenze stehen ein paar Dänen und suchen nach Anrainern des Mittelmeeres. Mit den beiden Masten an Bord sieht mein Transporter aus wie eine Flak auf Rädern, so dass die Grenzer mich besser durchwinken. Wie schön, wenn man sich versteht. 

In Sonderburg am Club schnell das Boot ausladen, andere aus dem Obergeschoss herunter helfen (man spricht Deutsch), den Mast stellen, problemloses Einchecken bei Flemming (er spricht Deutsch) und zurück zum Campingplatz. Dort sind die Formalitäten ruck-zuck erledigt (man spricht Deutsch), die Karre wird an der Grenze zum australischen Lager abstellt und dort höflich ein Lager angenommen. Jedoch ist Eile geboten für die Wiedervereinigungsfeier vom Bodensee bis zur Nordsee. Der Grill erleidet einen wohl koordinierten Brandanschlag, und die Würste verkohlen im Sekundentakt. Insbesondere die Grillfackeln nehmen es wörtlich. Dem Krebsrisiko wird mit der Heilkraft des Hopfens begegnet. Diejenigen ohne Fleisch erhalten Asyl, denn es ist genug für alle da. So sieht Willkommenskultur unter Campern aus. 

Der Tag danach beginnt um 05h50 mit einer Diskussion über die Seitenwahl (man spricht Deutsch). Danach macht es "piff - poff - piff - poff... game Becker". Somit ist Tennis das Gesprächsthema beim Frühstück. Das nächste Thema ist der Wind: Startverschiebung. Aber nicht allzu lange. Bei Nordwind liegt das Land in Luv, so dass man schon auf dem Weg zur Startlinie nach den Windstrichen sucht. Beim ersten Start sind alle hoch motiviert und werden gleich noch mal zurück gerufen. Aber dann, mutig bei den Top-Leuten starten, denn dort lässt das restliche Feld respektvoll Lücken und weiter den Weg über die rechte Seite suchen, was von Vorteil ist, insbesondere für Paul. Aber das Rennen ist noch lang, so dass sich Jason, Mark und Jesper vorbei schieben. Dicht dahinter segeln vier Deutsche einstellig. Fängt ja gut an. Also gleich noch mal. 

Leider sind von den 3 Bft. nur noch 2 Bft. übrig. Egal. Ich hab' 'nen richtig guten Plan: ich starte am Schiff. Alles oder nichts! Barfuß oder Lackschuh. Jetzt fahr' ich nach rechts und - dann mach' ich den Sack zu. Alles oder nichts. Gold? Wende... Scheiße! Die Boote von links fahr'n auf ganz and're Weise. Allen voraus fährt Antonio mit Schaum vorm Bug und auch verdächtigem Winkel zur Luv-Marke. Tatsächlich kommt von dort neuer Wind und verschiebt die Lay-line. So geht fast das gesamte Feld vor mir ums Fass. Ab dann wird Schadensbegrenzung betrieben. Dennoch ein guter Segeltag für den Anfang. Zurück an Land gibt es ein anderes Problem. Die Kühltruhen sind immer noch mit Fleisch blockiert. Also wird das Asylverfahren wiedereröffnet. 

"Piff - poff", ein neuer Tag beginnt. Um 08h00 kann man die vorbestellten Brötchen abholen (man spricht Deutsch). In Hütte Nr. 13 auf dem Campingplatz spricht man ebenfalls einen bekannten Dialekt, so dass sich auf der Veranda ein spontanes Frühstücksbuffet entwickelt. Mit Ballast in der Körpermitte schleppen wir uns zu den Booten. Das ist auch gut so, denn es pfeift in den Masten. Ein Querverweis zur WM 2009 wäre aber übertrieben. 

Auf der Bahn hat der Ostwind seine eigene Aufgabenstellung für uns. Am Pin-End starten, die Startkreuz Anschlag links bis zur dortigen Windkante, auf dem Raumgang nicht zu viele Plätze abgeben, die nächste Kreuz aufgrund der Topographie über rechts zur Küste und vielleicht mal einen geschickten Holeschlag einfügen, vorm Wind im Windstrich pumpen und die Zielkreuz wieder über rechts. So bleibt man in Sichtweite von Simon und dem Rest. 

Wettfahrt 4 verläuft ähnlich, wenn auch mit verfeinerten Würfel- und Wendepunkten rechts an der Küste. Leider bricht sich Jesper den Haken von der Trapezhose ab und wird zum nächsten Rennen mit neuer Büx erscheinen. 

In Wettfahrt 5 nimmt die Meisterschaft Formen an. Jason ist eine Idee schneller als Mark, der aber taktisch etwas schlauer fährt. Jesper ist dran, Simon und Paul dahinter. Alex und ich beschließen das genauer zu betrachten. Auf der Zielkreuz sind die Abstände bereits recht groß. Mark mit großer Lücke hinter dem Führungs-Duo und ich einsam auf dem 4ten. Doch im Contender ist nichts entschieden solange man nicht im Ziel ist - insbesondere wenn der Wind etwas nachgelassen hat. Mark vermeidet die rechte Lay-line und verholt weit nach links. Ich fahre konservativ etwas dazwischen und nehme einen Winddreher mit. Was soll ich sagen? Auch vorne werden Fehler gemacht. Mark kommt über die linke Lay-line als Erster ins Ziel, Jason über rechts, Alex von links muss noch auf die rechte Lay-line wenden doch ich bin weit darüber und verwandle meine Überhöhe bei auffrischender Brise in Super-sonic-jetzt-bloß-nicht-umkippen-speed, Simon kreuzt vor mir und fährt aus unerfindlichen Gründen noch ein gutes Stück weiter, Jesper macht das besser, aber hinter mir, und dann kommt Paul. Was für ein Segeltag! Kann man das noch toppen? Klaro, mit einer Pasta-Party in der Hütte "zur wilden 13". 

06h00: "piff - poff". 07h00: "PONG!!!". Wird etwa mein Blechzelt beschossen? Oder ist es die Sonne, welche die Metallplatten meines Panzers verschiebt? Gut möglich, denn der Neo verliert zusehends an Restfeuchte. Dann stehe ich lieber mal auf. 

Dieser Segeltag hat ein Vorspiel. Unter blauem Himmel lassen sich mit 50+ eingeölte Körper in Figur betonendes Gummi gleiten während von SSW ein Hauch von Nichts herauf kommt. So aalen wir uns auf dem Wasser, wobei sporadisch die Wettfahrtleitung mit verzweifelten Startversuchen stört. Nach 90 min. ist die Landmasse zwischen Nord- und Ostsee erwärmt, so dass Ostwind mit 4 Bft. einsetzt. Kaiserwetter! Wer nach dem Start links raus bis Anschlag zu dem kleinen Kap fährt, kann einen wohlwollenden Winddreher mitnehmen. Dennoch wird es eng an der Luv-Marke und es ist gut, dass wir ein großes Dreieck segeln bevor es vorm Wind geht (hier kann die KiWo noch was lernen!). Ging es gestern bereits um gute Grundgeschwindigkeit, so ist heute Speed pur angesagt. 

Apropos Speed. Letzte Wettfahrt. Nachdem ich eine Weile nach dem Start immer noch vorne mitspiele, bietet sich folgendes Bild: von den führenden Booten führt Mark etwas mehr als die anderen. Komisch nur, dass ganz weit vorne ein weiterer Contender segelt. Ist der etwa beim 1-min-Signal gestartet? Nö, das ist Jason. Und so wiederholt sich der Zieldurchgang von Wettfahrt 1 in Nr. 7 mit Jason, Mark und Jesper. Stellt man Jacqueline dazu, ist das Treppchen komplett. Max hat heute gut aufgeholt, sodass er sich zu Alex und mir unter die Top 10 gesellen darf. 

Das war eine gelungene Vorbereitung zur WM. Es gab Camping de luxe, super Kameradschaft, wunderbares Segeln unter Freunden auf einem herrlichen Revier mit solider Wettfahrtleitung, sowie einen Club in dem man sich herzlich willkommen fühlen durfte und der für Kaloriennachschub fest und flüssig nach den Wettfahrten sorgte. Nur eine Kleinigkeit ist noch offen. So ein Campingurlaub wäre ja nichts ohne die örtliche Frittenbude. Aber den Hafenkiosk habe ich erst zur WM besucht (welche ich nicht zu berichten habe). Doch auch dort gilt: man spricht Deutsch! 

anD!RKen auf "Conspiratrice" (GER 2527) 

 
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